Rund um den Hund


 

Mein langjähriger Wunsch nach einem Hund, wurde im Februar 2016 mit der Entscheidung einen Welpen aufzunehmen erfüllt.  Dann ging alles sehr schnell, die Entscheidung nach der Rasse, erste Kontaktaufnahme mit den Zuchtvereinen. Warum es davon so viele gibt, erschließt sich mir nicht wirklich, denn das machte die Angelegenheit sehr aufwendig. Dann kam die großen Enttäuschung, prognostizierte Wartezeiten von bis zu 2 Jahren für ein Kooikerwelpen! Damit hatten wir wirklich nicht gerechnet.

 

Dies hat uns etwas entmutigt, denn eins wollte ich nicht, ständig beim Züchter mit Bewerbungen für einen Welpen vorstellig zu werden und dann irgendwann einmal vielleicht Erfolg zu haben. Trotzdem, aus bloßem Interesse, habe ich dann einige Züchter mit Welpen im näheren Umkreis gesucht und sie erstmal per Mail kontaktiert.  Einer meldete sich gar nicht, zwei sagten schnell und kurz angebunden ab.

 

Aber Sonja Manthey rief mich am selben Abend zurück, obwohl alle ihre Welpen vergeben waren. Trotzdem vereinbarten wir einen Termin, denn wir wollten das Kooikerhondje als unsere zukünftige Hunderasse ja auch mal kennenlernen, bisher kannten wir die Rasse nur aus der Literatur und dem Internet.  Wir verbrachten alle gemeinsam einen tollen Nachmittag, der viel länger dauerte als geplant und holten uns erste Tipps und Ticks, die man als Ersthundebesitzer schließlich immer gebrauchen kann. Dann ging alles sehr schnell und wir bekamen auf Grund günstiger Umstände (Fügung oder Schicksal) eine Zusage. In der Zeit bis April waren wir fast jeden Freitagabend in Wunstorf zu finden. Dann war es soweit, Flocke zog bei uns ein und die wahre Arbeit begann. Im Nachhinein war es doch eine sehr schöne, aber auch anstrengende Phase. Gern würde ich die Zeit zurückdrehen und mit dem Wissen von heute und den gesammelten Erfahrungen noch einmal starten. Denn wir wussten nicht wie unsere liebvolle, aber auch etwas schreckhafte Katzendame den Hund verkraften würde und wollten mit der Integration des Hundes alles richtig machen. Besonders das hat uns im Vorfeld und den ersten Wochen schlaflose Nächte bereitet. Denn mit dem Wissen, dass wir viele Hürde meistern würden, könnte man viel entspannter an die Situationen herangehen. Allen Welpeninteressierten sei der Rat gegeben, sich für die ersten Wochen seinen Jahresurlaub zu nehmen, nach Möglichkeit auch hintereinander. Die ersten 6-8 Wochen sind ereignisreich für Hund und Mensch.

 

Einzug ins neue zu Hause:

Nachdem wir unsere Wohnung und den Garten für den kleinen Hund  sicher gemacht hatten, kam der große Tag. Dazu gehörte ein etwas niedrigeres Kinderkrabbelgitter um unsere offene Wohnküche zu separieren, Magnetschnapper an den Terassentüren, sodass diese geschlossen bleiben, sie aber von innen geöffnet werden können. Unser Garten geht direkt in die Einfahrt über und von da aus direkt auf die Straße, die nächste Baustelle. Die wir quasi wortwörtlich mit einem Bauzaun gelöst haben (diese Knallorangendinger, mit diesem Metallstielen). Damit konnten wir den Garten von der Terrasse abtrennen, aber selbst immer durchgehen, indem wir einen Stab versetzten selbst durchhuschten und diesen dann wieder zurücksetzten. Und natürlich haben wir unzählige Bücher gewälzt… Zu Hunden im Allgmeinen, zu Gassigehen, zum Beibringen von Kommandos, zum Erziehen, also quasi zu allen denkbaren Themen. Denn wir als Ersthundebesitzer hatten ja wirklich von nichts einen Plan.

Also fuhr ich am 01. April nach Wunstorf um den kleinen Hundemann abzuholen. Ich hatte noch ein Leckerli für Firunja mitgebracht. Auf in die Box, der kleine schlief die gesamte Fahrt und wachte erst wieder bei uns zu Hause auf. Raus aus der Box und erstmal den Garten erkundet, später dann die Wohnung. Im Garten zeigte er uns schon, wie schnell er laufen kann. Da mussten wir uns wirklich beeilen den kleinen Racker wieder einzufangen. Später war er dann so müde, dass er glatt in seiner Bällekiste eingeschlafen ist. Wahrscheinlich hat er die gesamten grünen, blauen, roten und sogar die gelben Bällen als lauter Brüder und Schwestern gesehen. Richtig geschlafen wurde in der Nacht in der ersten Etage, also immer schön tragen. Auch die erste Nacht verlief völlig problemlos, Flocke meldete sich gegen 3 Uhr, den kleine Kerl geschnappt und raus in den Garten. Bereits nach 3 Nächten schlief er dann bis 5 Uhr (meine Aufstehzeit) durch. Das lief also schon mal super. Auch geheult hat er nie und ist sofort eingeschlafen. Da hatten selbst wir einen unruhigeren Schlaf, denn wir wachten nachts immer wieder auf, um zu schauen, ob denn jetzt wirklich alles in Ordnung ist. Dies liegt vielleicht auch daran, das wir jedes freie Wochenende genutzt haben um Sonja und Florian zu besuchen und natürlich auch mit unserem künftigen Familienmitglied zu spielen und ihn einfach nur zu streicheln. Denn so waren ihm, wenn auch die Umgebung unbekannt war, die Stimmen und die Gerüche von uns drei bekannt und hoffentlich nur mit positiven Emotionen verknüpft. Ein kleines Schnuffeldeckchen mit dem Geruch der Hundebrüder und Hundeschwestern, das auch mit in der Schlafbox lag, hat das Übrige getan.

 

Flockes Schlafplatz war eine nach oben offene, aber drumherum geschlossen Box in unserem Schlafzimmer, die hat er sehr gut angenommen und verschwindet auch heute noch in ihr. Denn mittlerweile ist die Box nachts nicht mehr zu, selbst die Schlafzimmertür ist offen. Die Box ist sein absoluter Rückzugsort, streicheln und kraulen oder gar rausheben ist absolut tabu. Auch im Büro, wo er ab und zu mitkommt, liebt er seine Box. Heute schläft er meist den ersten Teil der Nacht im Wohnzimmer, am Liebsten zusammen mit Cleo auf dem Sofa. Dann mitten in der Nacht kommt er zu uns hochgeschlichen (wir merken es an dem Bewegungsmelder im Flur) und verschwindet leise in seiner Box.

 

Unsere Katzendame Cleo machte ihren Job richtig gut. Beide haben wir mit reichlich Leckerlis und mit immer weniger Abstand aneinander gewöhnt. Das muss man sich so vorstellen: In der Mitte vorzugsweise das Frauchen mit Leckerlis für Katz und Hund. Links ist die Katze rechts der Hund. Leckerli links, Leckerli rechts, und dann nach und nach immer den Abstandverkleinern. Das Spiel macht man dann so lange, bis einer der beiden die Nase voll hat und das Leckerli liegen lässt und verschwindet.

 

Das Gitter zwischen Küche und Wohnzimmer war zwar schön und gut, aber auch ein riesige Stolperfalle, denn jedes Mal musste man um in die Küche zu gelangen über das Gitter klettern, also an sich war das eine super Sache, die uns gerade in den ersten Tagen echt gut geholfen hat. Aber dann doch eine etwas zu kurze Lebensdauer hatte.

 

Stubenreinheit:

Natürlich sollte ein Hund auch stubenrein werden. Viele Informationen in der Literatur oder auch im Netz lassen vermuten, das mit dem Welpen was nicht stimmt, wenn er mit 12 Wochen noch ein Pfützchen in der Wohnung verliert. Weit gefehlt. Die Stubenreinheit war immer unser kleines Problem. Tagelang ging alles gut, dann haben wir wieder eine Pfütze im Wohnzimmer vorgefunden. Immer nachdem es passiert ist, haben wir uns angesehen und gesagt:„ Ja, er hat versucht es uns zu zeigen.“ Er hat dann gefiept, oder ist suchend durch die Wohnung gelaufen. Aber in dem Moment war es sehr, sehr schwer zu erkennen. Denn es gibt unzählige andere Gründe, warum der Hund jetzt sucht oder fiept. Zumal er auch nach kurzer Zeit aufgehört hat und man sich dachte: „Naja gut. Jetzt liegt er da ruhig, war wohl etwas anderes.“ Falsch gedacht. Zwei Minuten später war die Pfütze in der Wohnung. Das Einzige, was da hilft ist Konsequenz. Jedes Mal alles stehen und liegen lassen, Hund schnappen und raus auf die Wiese. Manchmal doch etwas frustrierend, weil man weiß, dass der Hund jetzt gar nicht mehr muss. Einfach trotzdem machen. Und so haben wir es auch nach langen 20 Wochen geschafft, dass unser kleiner Flocke zuverlässig stubenrein ist. Mittlerweile haben sich seine Zeichen auch verdeutlicht, wenn er muss geht er zur Terassentür und jault. Das macht auch nur dann, wenn er wirklich muss. Echt praktisch. Irgendwann schafft jeder Hund, mal früher, mal später (dies habe ich mal gelesen, und es stimmt)

 

Impfen und Parasitenschutz:

 

Weil wir natürlich auch in die Hundeschule wollten, ist ein Impfschutz natürlich Pflicht.

 

Genauso handhaben wir es mit der Entwurmung. Entwurmt wird nach Plan alle 3 Monate aber vor jeder Impfung. Die viel genannte Kotuntersuchung und Entwurmung bei Befall halte ich für sehr unglücklich. Hier kann nur der Befall der entwickelten Würmer nachgewiesen werden, bei einer Entwicklungszeit von 60 Tagen, kann es u. U. dazu kommen, das der Hund sich vor 59 Tagen infiziert hat, eine Untersuchung negativ ist und nun bis zur nächsten Untersuchung befallen ist und natürlich in dieser auch Mensch und andere Tiere anstecken kann. In meinen Augen völlig unverantwortlich.

 

Gleich in der ersten Woche im neuen Zuhause hatte Flocke unzählige Zecken. Ein Zeckenschutz musste her.  Unserer Tierärztin empfahl uns eine Tablette mit einem Zecken- und Flohschutz für 3 Monate. Zusätzlich besteht die Möglichkeit seinen Hund gegen die Borrelien zu impfen, wir habe dies gemacht.

 

Ausbildung:

Zur Welpenschule zu gehen war uns besonders wichtig. Da wir Angst wegen der Paravirose hatten, warteten wir erst den vollständigen Impfschutz ab. Nicht nur das der Hund die Grundkommandos lernt, sondern auch weil ich als Halter ja nicht allwissend geboren bin. Wir haben uns viele Vereine und Hundeschulen angeschaut und hatten letztendlich zwei Favoriten. Dies waren die Peiner Eulen, wo leider der Termin nicht passte und die Hundeschule von Sandra Bruns in Hannover. Hier sind wir dann erst zur Welpenschule, später dann noch einen Junghundekurs, und zur Vorbereitung auf den praktischen Sachkundenachweis noch zum Hundeführerscheinkurs. Über die dunkle Jahreszeit haben wir dann noch an dem Beschäftigungskurs teilgenommen. Bei den auch favorisierten Peiner Eulen haben wir am Junghundekurs im Herbst und im Frühjahr teilgenommen, dies hat uns auch sehr viel Spaß gemacht. Im Frühjahr haben wir mit der Gruppenarbeit und Rally Obedience begonnen.

 

Urlaub:

Unseren ersten Urlaub mit Hund verbrachten wir mit unserem Wohnwagen an der Ostsee, in der Lübecker Bucht.

 

Im Vorfeld haben wir uns gemeinsam an den Wohnwagen gewöhnt und schon einmal ein paar Nächte vor der Garage probegeschlafen. Sonst haben wir recht wenig andere Vorbereitungen getroffen, eigentlich haben wir alles, was wir gebraucht haben, einfach eingepackt. So dass Übliche… Hundekörbchen, Spielzeug, Leinen, Halsband und Brustgeschirr, Näpfe, Fressen… . Das ist der Vorteil beim Verreisen mit dem Wohnwagen, man kann so viel Vorbereiten und dann einfach mitnehmen. Man hat ja quasi das Wohnzimmer immer dabei.

 

Besonders gut geholfen hat uns (dieses Ding was man in die Erde dreht), denn so konnten wir Flocke wenn wir draußen vor dem Wohnwagen waren einfach mit einer 5m Leine festmachen, sodass er viel Bewegungsfreiheit hatte. So waren wir dann alle zusammen. Dabei blieb aber das Entfesseln von den Stühlen leider nicht aus, aber so haben wir etliche Möglichkeiten kennengelernt 4 Stuhlbeine miteinander zu verweben. Unser Campingplatz war direkt an einem Hundestrand, das war echt ideal. So haben wir morgens immer einen ausgedehnten Sparziergang gemacht. Hin ging es auf der Düne Fuß trainieren, zurück frei am Wasser. Da haben wir den einen oder anderen Hundekumpel für Flocke kennengelernt.

 

Insgesamt passte alles, die Bedenken und Sorgen, die wir im Vorfeld hatten, wurden allesamt nicht bestätigt. Wir hatten eine wirklich tolle Zeit, und sind 3 Monate später wieder dorthin gefahren.